Pfarrei Moosbach

Pfarrei
Moosbach
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Liebe Pfarrgemeinde!
Mit unseren Wünschen und Hoffnungen, aber vielleicht auch mit so manchen Sorgen und Ängsten sind wir in das neue Jahr 2022 gestartet. Und natürlich begleiten uns beim Schritt hinein in ein neues Jahr auch so manche Fragen. Was wird das neue Jahr bringen, mir persönlich und meinen Lieben? Was wird alles passieren in unserem Land und auch draußen in der Welt? Und über allem schwebt natürlich weiterhin, jetzt dann im dritten Jahr die Corona-Pandemie. Auch mit Blick auf unsere Kirche und unsere Pfarrgemeinde bleiben natürlich die Fragen nicht aus, was das neue Jahr alles mit sich bringen und was sich ereignen wird... Zwei Ereignissen werden wir uns wohl unweigerlich stellen müssen: Zum 1. März 2022 gliedern sich die Dekanate in unserem Bistum neu. Waren es bisher 33 Dekanate, so werden es künftig 15 Dekanate sein. Aus den bisherigen Dekanaten Neustadt/Waldnaab, Weiden und Leuchtenberg, zu dem wir ja bisher gehörten, bildet sich ein neues (Groß-) Dekanat Neustadt-Weiden mit dann 46 Pfarreien. Es ist dies der ganze Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab mit der Stadt Weiden! Erste Aufgabe der Priester und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es sein, einen neuen Dekan zu wählen. Danach hat sich jedes Dekanat eine eigene Struktur zu geben, d.h. wie viele Prodekane soll es geben, welche Beauftragte für welche Aufgabenbereiche werden gebraucht und berufen. In einem weiteren Schritt haben sich die Mitglieder der Dekanatskonferenz mit ihren Pfarreien Gedanken darüber zu machen, wie künftige Seelsorgeeinheiten aussehen können und sollen. Damit ist nicht mehr eine kommende Seelsorgeeinheit der Pfarreien Eslarn und Moosbach gemeint. Pfarreingemeinschaften dieser Art und Größe sind in den meisten Dekanaten unseres Bistums schon längst Realität. Die pastoralen Planungen in unserem Bistum gehen bereits weiter - und müssen auch weiterreichen, wenn man bedenkt, dass bis zum Jahr 2034 (also in nur mehr 12 Jahren) nur noch die Hälfte an Priestern wie auch die Hälfte an pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Seelsorge zur Verfügung stehen wird (im Vergleich zu heute). Wir alle werden in absehbarer Zeit also gezwungen und aufgefordert sein, Pfarreileben, Seelsorge, pastorale Zusammenarbeit anders zu denken und zu leben, als wir es bei uns über Jahrhunderte hin gekannt haben und gewohnt waren; Stichworte seien hier: „der eigene Pfarrer“, jeden Sonntag Messe in der eigenen Pfarrkirche (von Expositur- oder Filialkirche ganz zu schweigen) usw.
Daneben scheint die Kirche in unserem Land, ja Deutschland überhaupt in diesem Jahr einen markanten Punkt zu überschreiten, nämlich die 50%-Marke. Ja, 2022 wird - folgt man den Prognosen - erstmals weniger als die Hälfte der Deutschen einer großen Kirche angehören! Es ist dies ein epochaler Schritt, wenn wir uns verdeutlichen, dass es seit den Zeiten des hl. Bonifatius selbstverständlich war, dass die Deutschen dem christlichen Glauben angehören oder doch zumindest die Christen hier eine große Mehrheit stellen; bald sind wir in der Minderheit. Vor der Wiedervereinigung 1990 gehörten noch etwa 83 Prozent der Bundesbürger einer der beiden großen Kirchen an, obschon auch in Westdeutschland, vor allem im Protestantismus, die Kirchenzugehörigkeit über die Jahrzehnte abgenommen hatte. Seit der Wiedervereinigung aber hat sich die Norm der Konfessionszugehörigkeit, die im Westen vor 1990 noch eine gewisse Geltung besaß, nahezu aufgelöst. Die Entkirchlichung hat nun auch die katholische Kirche erfasst. Man könnte sagen, der Westen nähert sich dem Osten an. Selbst in Westdeutschland (also in den sogenannten „alten Bundesländern“) sind heute nur noch etwas mehr als 60 Prozent Kirchenmitglied, im Osten (also in den „neuen Bundesländern“) beläuft sich ihr Anteil auf ungefähr 20 Prozent. Bis vor kurzem stand mit Angela Merkel eine Pastorentochter an der Spitze der Regierung, die sich mit „Großer Gott, wir loben dich“ aus dem Amt verabschiedet hat. Ihr folgte der aus der evangelischen Kirche ausgetretene Olaf Scholz, der seinen Amtseid ohne religiösen Zusatz ablegte. Ist dieses Aufeinandertreffen unterschiedlicher Religiosität ein Zufall, oder doch eine Zäsur mit tieferer Bedeutung (wie die Überschreitung der 50%-Marke)? Der neue Kanzler repräsentiert etwa zwei Fünftel der deutschen Bevölkerung, die so wie er konfessionslos sind. Das hat beinahe einen symbolischen Wert. Da Religion sehr stark auf soziale Bestätigung angewiesen ist, hat es Folgen, wenn die höchsten Repräsentanten unserer Demokratie sich nicht mehr auf Religion beziehen. Unter Kanzlerin Merkel konnte man noch den Eindruck haben, dass das Christliche irgendwie der deutsche Normalfall ist. Mit der neuen Regierung fällt dieser politische Resonanzraum des Christlichen weitgehend weg (vgl. hierzu ein Interview mit Prof. Detlef Pollack in der Neuen Züricher Zeitung). Was wir hier als Pfarrgemeinde tun können? Wir können nur ein guter Resonanzkörper für unseren Glauben sein - lebensnah, Hoffnung und Freude schenkend, in der alle Platz haben, in der sich viele engagieren... Das ist mein Wunsch für dieses neue Jahr, für das ich alles Gute wünsche, viel Glück und Gesundheit, sowie Gottes Segen!
Euer Pfarrer Udo Klösel.
GEBETSANLIEEGEN VON PAPST FRANZISKUS
Januar 2022:
Für echte menschliche Brüderlichkeit
Wir beten für alle, die unter religiöser Diskriminierung und Verfolgung leiden; ihre persönlichen Rechte mögen anerkannt und ihre Würde geachtet werden, weil wir alle Schwestern und Brüder einer einzigen Familie sind.
Schulstraße 2
92709 Moosbach/Opf.
Telefon: 09656/200
Telefax: 09656/914881
E-Mail: st-peterundpaul.moosbach@bistum-regensburg.de
Internet: www.pfarrei-moosbach.de
Moosbach mit Tröbes und Etzgersrieth
Katholische Pfarrgemeinde
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